Die Regeneration des Dieselpartikelfilters (DPF) ist ein zentraler Vorgang: Dabei werden die im Filter gesammelten Rußpartikel bei hoher Temperatur verbrannt. Wer die verschiedenen Arten der Regeneration kennt und weiß, wie man sie unterstützt, kann einem vorzeitigen Zusetzen des Partikelfilters und den damit verbundenen Reparaturkosten vorbeugen. Dieser Ratgeber erklärt jeden Mechanismus im Detail und gibt Ihnen konkrete Tipps, wie Sie Ihren DPF schonen.
Die drei Arten der DPF-Regeneration
Die Regeneration des Partikelfilters ist so ausgelegt, dass sie in den meisten Fällen selbstständig abläuft. Sie beruht auf drei Stufen, von der natürlichsten bis zur technischsten, die jeweils zu einem bestimmten Beladungsgrad des Filters passen.
Natürliche Regeneration bei hohen Abgastemperaturen, läuft etwa auf der Autobahn automatisch ab
Vom Motorsteuergerät gesteuerte Regeneration, typischerweise alle 300 bis 500 km
In der Werkstatt ausgelöste Regeneration mit einem Diagnosegerät
Welche Art der Regeneration greift, hängt von der Rußbeladung des DPF ab. Sie wird laufend über den Differenzdrucksensor und die Temperaturfühler vor und nach dem Filter ermittelt. Das Motorsteuergerät (ECU) wertet diese Daten kontinuierlich aus und wählt die passende Regenerationsstrategie.
Ein gesunder DPF wechselt regelmäßig zwischen passiver und aktiver Regeneration. Braucht Ihr Fahrzeug wiederholt erzwungene Regenerationen, deutet das auf ein tieferliegendes Problem mit einem verstopften Partikelfilter hin, das diagnostiziert werden sollte (verschmutztes AGR-Ventil, verschlissene Injektoren, defekte Sensoren).
Passive Regeneration: der Idealfall für den DPF
Die passive Regeneration ist die ideale Betriebsart des Partikelfilters. Sie läuft ganz ohne Zutun des Steuergeräts ab, sobald die Fahrweise genügend Wärme im Abgasstrang erzeugt.
Damit der Ruß von selbst abbrennt, muss die Abgastemperatur etwa 550 bis 650 °C erreichen. Solche Temperaturen entstehen typischerweise bei längerer, gleichmäßiger Fahrt: Autobahn mit 110 bis 130 km/h und Drehzahlen über 2.500 bis 3.000 U/min für mindestens 20 bis 30 Minuten am Stück.
Unter diesen Bedingungen reagieren die Rußpartikel (im Wesentlichen Kohlenstoff) mit dem Stickstoffdioxid (NO₂) im Abgas und werden zu CO₂ oxidiert. Dieser Prozess läuft kontinuierlich ab: Der Ruß wird verbrannt, während er sich ansammelt, und der Filter bleibt in einem optimalen Zustand.
Ungünstige Bedingungen
- Ausschließlich Stadtverkehr
- Kurzstrecken (unter 15 km)
- Drehzahl dauerhaft unter 2.000 U/min
- Häufiges Anhalten (Stau, Stop-and-go)
- Sehr niedrige Außentemperaturen
Günstige Bedingungen
- Regelmäßige Fahrten auf Autobahn oder Schnellstraße
- Höhere Drehzahlen (über 2.500 U/min)
- Strecken von mindestens 30 km ohne Stopp
- Motor auf Betriebstemperatur
- Abgasanlage in gutem Zustand
Bei Fahrzeugen mit additiviertem Partikelfilter (ein System, das vor allem PSA bzw. Stellantis mit Cer-Additiv einsetzt) sinkt die Verbrennungstemperatur des Rußes dank des katalytischen Additivs auf etwa 450 °C. Das erleichtert die passive Regeneration auch bei weniger günstigen Fahrbedingungen. Der Additivbehälter muss je nach Hersteller in größeren Abständen nachgefüllt werden, häufig im Bereich von rund 120.000 km.
Aktive Regeneration: So erkennen Sie, dass sie läuft
Reicht die passive Regeneration nicht aus, um die Beladung auf einem akzeptablen Niveau zu halten, startet das Motorsteuergerät automatisch eine aktive Regeneration. Das geschieht, wenn die Rußbeladung etwa 40 bis 45 % der Filterkapazität erreicht, im Schnitt alle 300 bis 500 km, je nach Fahrprofil.
Das Prinzip: Das Steuergerät veranlasst eine Nacheinspritzung von Kraftstoff, also eine zusätzliche, späte Einspritzung im Arbeitstakt. Dieser nicht im Brennraum verbrannte Kraftstoff reagiert im Oxidationskatalysator vor dem DPF und hebt die Abgastemperatur für 10 bis 20 Minuten auf 600 bis 650 °C an.
- Die Leerlaufdrehzahl steigt leicht an (etwa 50 bis 100 U/min über dem Normalwert)
- Der Kühlerlüfter kann häufiger oder nach dem Abstellen weiterlaufen
- Am Auspuff kann weißer oder hellgrauer Rauch sichtbar sein, das ist normal
- Am Heck ist eventuell ein leichter Geruch wahrnehmbar
- Der Kraftstoffverbrauch steigt während des Zyklus vorübergehend um etwa 1 bis 2 l/100 km
Das Steuergerät kann eine aktive Regeneration unter bestimmten Bedingungen verweigern: zu wenig Kraftstoff im Tank (meist unter einem Viertel), ungewöhnliche Kühlmitteltemperatur, aktive Fehlercodes im Motorsystem oder ein defekter Differenzdrucksensor. In diesem Fall setzt sich der Filter weiter zu, bis die Voraussetzungen wieder erfüllt sind oder ein Werkstattbesuch notwendig wird.
DPF-Regeneration erzwingen: die Regeneration in der Werkstatt
Die erzwungene Regeneration (auch Service- oder Zwangsregeneration genannt) ist der letzte Schritt vor einer professionellen Reinigung oder dem Austausch des DPF. Sie wird in der Werkstatt von einem Fachmann mit einem professionellen Diagnosegerät durchgeführt (zum Beispiel Delphi, Autel MaxiSYS oder VCDS bei Fahrzeugen des VW-Konzerns).
Der Techniker verbindet das Gerät mit der OBD2-Schnittstelle und ruft die Sonderfunktionen des Motorsteuergeräts auf. So kann er manuell einen Regenerationszyklus starten und dabei die kritischen Werte in Echtzeit überwachen: Abgastemperatur vor und nach dem DPF, Differenzdruck, Drehzahl und Einspritzmenge.
Der Vorgang dauert in der Regel 20 bis 40 Minuten. Der Motor läuft dabei im Leerlauf oder mit leicht erhöhter Drehzahl (1.500 bis 2.000 U/min), während das Steuergerät die Nacheinspritzung regelt, um im DPF Temperaturen von 600 bis 700 °C zu erreichen.
Typische Dauer einer erzwungenen Regeneration in der Werkstatt
Richtwert für eine Service-Regeneration beim Fachbetrieb, je nach Werkstatt und Fahrzeug
Maximale Temperatur im DPF während des Vorgangs
Vor einer erzwungenen Regeneration muss der Techniker unbedingt prüfen, dass kein Fehler den Vorgang blockiert (defekter Drucksensor, fehlerhafter Temperaturfühler, hängender Injektor). Außerdem muss er sicherstellen, dass die Beladung nicht über dem Wert liegt, ab dem eine Regeneration den Filter beschädigen könnte (meist bei etwa 80 bis 85 %). Ist der Filter stärker beladen, ist eine professionelle DPF-Reinigung die bessere Wahl.
Für eine fachgerechte Service-Regeneration sollten Sie einen Profi mit dem passenden Diagnosegerät für Ihr Fahrzeug beauftragen. Finden Sie einen Spezialisten auf ChiptuneMAP.
Tipps: So schonen Sie Ihren Dieselpartikelfilter
Die beste Strategie gegen DPF-Probleme ist Vorbeugung. Mit ein paar einfachen Gewohnheiten können Sie die Lebensdauer Ihres Filters deutlich verlängern und Kosten für Reinigung oder Austausch vermeiden.
- Fahren Sie mindestens einmal pro Woche 30 Minuten auf Autobahn oder Schnellstraße, um die passive Regeneration zu fördern
- Stellen Sie den Motor während einer aktiven Regeneration möglichst nicht ab (achten Sie auf erhöhten Leerlauf und weißen Rauch)
- Halten Sie den Tank über einem Viertel, damit das Steuergerät aktive Regenerationen zulässt
- Tanken Sie hochwertigen Diesel (Premium-Kraftstoffe enthalten reinigende Additive)
- Halten Sie sich an die Ölfreigaben des Herstellers: Low-SAPS-Öle (z. B. ACEA C2 oder C3) begrenzen nicht brennbare Asche im Filter
- Lassen Sie AGR-Ventil und Injektoren bei der Inspektion prüfen: Fehlfunktionen beschleunigen das Zusetzen des DPF
- Bei additivierten Filtern (PSA/Stellantis) den Füllstand des Additivs im Blick behalten und bei Bedarf nachfüllen lassen
- Vorbeugend etwa alle 10.000 km einen DPF-Reiniger in den Tank geben (ca. 15 bis 30 €)
Fahren Sie fast ausschließlich Kurzstrecke in der Stadt, lohnt sich eine vorbeugende Motor- und Abgasreinigung etwa alle 30.000 km. Sie hält den gesamten Abgasstrang (Turbo, Katalysator, DPF) in gutem Zustand. Warum auch ein verschmutztes AGR-Ventil den Filter belastet, lesen Sie in unserem Ratgeber.
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